Belgien sucht drei Ausbrecher – Jamioulx

Drei Männer suchten am 31. Juli 2011 aus der Strafanstalt Jamioulx das Weite. Sie nahmen eine Wärterin als Geisel und flohen mit einem gestohlenen PKW.

(Wien/Brüssel, im Juli und August 2011) Wie in einem belgischen Fotoblog eindrucksvoll gezeigt, liegt eines der bekanntesten Gefängnisse Belgiens, Jamioulx, mitten im ländlichen Raum umgeben von malerischen Wäldern und Wiesen. Mit der Idylle ist es nun einmal vorbei.

Am 31. Juli 2011 brachen drei „schwere Jungs“ aus. Sie sind zwischen 22 und 34 Jahre alt. Der Modus ist einfach erklärt: Sie nahmen eine Wärterin als Geisel und drangen nach Außen. Die Reise ging mit zwei gestohlenen PKWs weiter. Die Geisel wurde nach wenigen Stunden freigelassen. Berichten belgischer Medien zu Folge haben sich die drei aufgeteilt und gehen nun eigene Wege. Daher wird mit Helikoptern nach dem kriminellen Trio gefahndet.

Ein Österreich-Bezug

Der Ausbrecher mit „Österreich-Bezug“ ist der jüngste im Bunde. Jonathan Inja (großes Foto oben) ist 22 Jahre alt und setzte sich nach einem Schussattentat im Jahr 2009 auf zwei ihm nahestehende Personen (Freundin und der Vater) nach Österreich ab, wo er verhaftet und in Belgien zu 15 Jahren verurteilt wurde.

Einer der beiden Mörder war zu 30 Jahren wegen Mordes an einem Bäcker verurteilt worden und unternahm schon einen Ausbruchsversuch.

Vergleichbare Häftlingszahlen

Belgien liegt mit Quantum an Gefängnissen und der Anzahl an Insassen nahe an Österreich. Es ist vergleichbar. Zum August 2011 sitzen in Belgien 10.860 Menschen in Haft – Platz soll in den 33 belgischen Gefängnissen für 9.500 Menschen sein.

In Österreich sitzen in 28 Justizanstalten etwa 8.500 Insassen ein. Man (die Justizwachegewerkschaft) spricht auch hierzulande stets von „Überbelag“, „Mehrarbeit“ (die sich in gutbezahlten Überstunden niederschlägt) und „unhaltbaren Zuständen“. Genau quantifizieren kann man weder die „Mehrarbeit“ noch den „Überbelag“, der saisonal schwankt.

In Belgien gab es im Jahr 2011 bereits sechs gewalttätige Ausbrüche aus Gefängnissen. In Österreich laufen die Fluchten meist still und heimlich. Waffengewalt kommt bestenfalls einmal im Jahr vor.

Marcus J. Oswald (Ressort: Flucht)

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