Justiz spart 125.000 Euro mit Fussfesseln

Die Fussfessel.

(Wien, im Februar 2009) Die Rechnung liegt klar: 36 Probanden haben in der Phase II der E-Fussfessel in österreichischen Gefängnissen von Jänner bis September 2008 mitgemacht. (Helmut Elsner war nicht dabei.) Teilnahmebedingung: Haftstrafe bis sechs Monate, bei „Erstmaligen“ (vormals Unbescholtenen) bis neun Monate. Man unterscheidet in Frontdoor-Klienten (Fussfessel statt Strafe) und Backdoor-Klienten (elektronische Überwachung im Strafvollzug von Langzeitstrafen für Außenarbeiten).

Phase I und Phase II abgeschlossen

Die Probeläufe fanden in Phase I in der JA Garsten und JA Steyr (2006) statt. Die Phase II fand in der JA Simmering und JA Graz-Jakomini (2008) statt. Von 36 Testpersonen brachen vier Personen die Sache ab. Einer ging freiwillig wieder ins Gefängnis zurück, drei wurden wegen Auflagenverstoßes abgezogen (Alkohol). Bei über 90 Prozent ging das Experiment gut. Der koordinierende Verein Neustart freut sich und gibt eine Empfehlung auf eine Phase III. Der Endbericht zu Phase II wird im September 2009 erscheinen.

Randargument Kosten

Die Kostenersparnis ist nur ein Randargument. Dennoch soll sie angeführt werden. Geht man von Kosten für einen Hafttag von etwa 85 Euro aus, ergibt sich ein Sparfaktor. Der Hafttag für die Elektro-Fessel, technisch und mit Betreuungsstab, beträgt 43 Euro. Somit kann man von 40 Euro Ersparnis pro Hafttag ausgehen. Die Fussfesseln waren zwischen Jänner und September 2008 insgesamt 3.140 Tage in Betrieb. Es ergibt sich der Einsparfaktor von 125.000 Euro. Dieser Wert ist relativ, da gleichzeitig der Pegelstand in den Haftanstalten gleich blieb. Andere Kriminelle hielten die Verbrechenskultur am Leben und rückten folglich als Häftlinge nach.

Mehr:
Elektronische Aufsicht als Ausweg aus Verwahrvollzug (Neustart, 28. Jänner 2009)
Start der Fussfessel (B&G, 8. Februar 2006)

Marcus J. Oswald (Ressort: Fussfessel)

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