Anstaltsleiterin der JA Feldkirch in ÖBB – Zug bestohlen!

(Feldkirch, Wien im Juli 2005) Die Justizanstalt Feldkirch ist eine kleine Anstalt. 53 Justizwachebeamte arbeiten dort. Österreichweit sichern 2970 Justizwachebeamte die 28 Gefängnisse.

Nun wurde die Leiterin der Justizanstalt Feldkirch, Krista Schipper, im Nachtzug der ÖBB in ihrem Abteil angeblich betäubt, auf jeden Fall aber total bestohlen. Die erst 35-jährige reiste in der Nacht vom 27. auf 28. Juli 2005 allein mit den Zug von Feldkirch nach Graz. Ein breiter Weg: 715 Kilometer, 9 Stunden und 3 Minuten Reisezeit.

Tasche in ÖBB-Zug gestohlen

Nach eigenen Angaben begab sie sich nach Mitternacht ins Schlafabteil und verriegelte die Tür. Als sie gegen 5 Uhr 30 aufwachte, stellte sie fest, dass ihre Sachen gestohlen waren. Sie fühlte sich benommen und meinte, betäubt worden zu sein. Noch ungeklärt ist, wie es zu diesem Zwischenfall gekommen ist. Es dürfte aber bewiesen sein, dass Zugdiebe auch vor ranghohen Justizbediensteten nicht zurück schrecken.

Schlafwägen der Österreichischen Bundesbahnen sind nicht stark gesichert. Die Türen sind durch einen Nimbusschlüssel von Aussen zu öffnen, da im Katastrophenfall alle Betten rasch zu räumen sind. Vor Jahren war das noch anders: Damals konnte man das Schlafabteil nur mit seiner Fahrkarte öffnen. Laut Angaben der ÖBB reisten heuer rund 10.000 Personen die Südwest-Route Feldkirch-Graz. Dabei kam es zu drei Diebstählen.

Powerfrauen in Männergewerbe – 6 aus 28

Krista Schipper ist eine von sechs österreichischen Anstaltsleiterinnen im Vollzugsbereich der Justiz. Verglichen mit den Anstaltsleiterinnen der JA Eisenstadt, JA Salzburg, JA Schwarzau, JA Gerasdorf und JA Wiener Neustadt leitet sie seit Mitte 2002 in Vorarlberg eine verhältnismäßig kleine Anstalt.

Dennoch kam sie schon zu höheren Ehren: Mit 1. Februar 2004 wechselte sie als Leiterin in den „Zieglstadl“, die JA Innsbruck. Dort wurden jahrelange Korruptionsvorwürfe gegen Anstaltsleiter Stefan Fuchs bekannt und schon Stammtischgerede. Direktor Fuchs wurde 2001 und 2003 von den eigenen Wachleuten angezeigt. Einmal Verdacht auf Amtsmissbrauch, dann auf Nötigung. Wachebeamte seien zur Sanierung der Privatwohnung Fuchs heran gezogen worden. Die Ermittlungen verliefen im Sand, doch es bestand Gebot des Handelns.

Rochade unter Anstaltsleitern – JA Innsbruck und JA Feldkirch

Es folgte eine Rochade: Krista Schipper ging nach Tirol, um den Kleinkrieg im „Zieglstadl“ zu befrieden und die Beamtenschaft in der JA Innsbruck neu zu ordnen. Schipper wurde Chefin über 165 Justizwache- und Verwaltungsbeamte. Fuchs wurde Direktor der JA Feldkirch, die zuletzt durch den prominenten neonazistischen Häfling Walter Ochsenberger auffiel.

Als die Querelen in Innsbruck beigelegt waren, wurden 2005 die alten Verhältnisse wieder hergestellt. Krista Schipper kehrte in die JA Feldkirch zurück, die auch eine Aussenstelle in Dornbirn hat.

Marcus J.Oswald (Ressort: Justizanstalten, JA Feldkirch)

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